|
| - 13100 Aix en Provence - 12, rue d'Entrecasteaux - téléphone: 06 61 55 13 57 - courriel: audouze@gmail.com - |
|---|
![]() |
| spectacles 2010/2011 |
|---|
INGEBORG BACHMANN |
|---|
![]() |
Ingeborg Bachmann verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Kärnten . In den Nachkriegsjahren (1945 bis 1950) studierte sie Philosophie , Psychologie und Germanistik sowie Rechtswissenschaften an den Universitäten Innsbruck , Graz und Wien . Sie absolvierte das Studium mit der Promotion zum Dr. phil. und thematisierte darin eine kritische Auseinandersetzung mit Martin Heidegger . . Während ihrer Studienjahre lernte sie Paul Celan , Ilse Aichinger und Klaus Demus kennen. Dass Ingeborg Bachmann und Paul Celan Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis verband, wird durch Celans Tagebücher bestätigt. In ihrer Zeit als Hörfunkredakteurin beim Wiener Sender Rot-Weiß-Rot schrieb sie 1952 ihr erstes Hörspiel : Ein Geschäft mit Träumen . Kurz darauf konnte sie bei einer Lesung der Gruppe 47 ihren literarischen Durchbruch feiern. Ab diesem Zeitpunkt galt sie als Literaturstar. Ingeborg Bachmann erhielt im Jahr 1953 den Literaturpreis der Gruppe 47 für den Gedichtband Die gestundete Zeit . Infolgedessen wurde ihr im August 1954 eine Titelgeschichte im deutschen Wochenmagazin „ Der Spiegel “ gewidmet. Mittlerweile lebte sie unter angespannten |
|---|
| finanziellen Verhältnissen in Rom, doch verhalf ihr diese Titelgeschichte nicht zu weiteren Aufträgen. |
In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Hans Werner Henze entstanden das Hörspiel Die Zikaden , die Textfassung für die Ballettpantomime Der Idiot (beide 1955), 1960 die Textfassung für die Oper Der Prinz von Homburg sowie 1965 das Libretto zu Der junge Lord . 1956 veröffentlichte sie den Gedichtband Anrufung des Großen Bären , im Jahr darauf erhielt sie den Bremer Literaturpreis und wurde Dramaturgin beim Bayerischen Fernsehen . |
|---|
Von 1958 bis 1963 führte Ingeborg Bachmann eine Beziehung mit dem Autor Max Frisch ; 1958 entstand das Hörspiel Der gute Gott von Manhattan , das 1959 mit dem bedeutenden Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet wurde. 1971 veröffentlichte sie den Roman Malina , den ersten Band der unvollendeten Romantrilogie Todesarten . 1991 unternahm der Regisseur Werner Schroeter eine umstrittene Verfilmung des Romans Malina mit Isabelle Huppert , Mathieu Carrière und Can Togay nach einem Drehbuch von Elfriede Jelinek . |
|---|
Ihre letzten Jahre waren geprägt von ihrer Tablettenabhängigkeit. In der Nacht vom 25. auf den 26. September 1973 erlitt Ingeborg Bachmann in ihrer Wohnung in der Via Giulia 66 in Rom durch einen Brandunfall (sie soll während des Rauchens einer Zigarette eingeschlafen sein) schwere Verletzungen, an deren Folgen sie am 17. Oktober 1973 starb. Sie wurde am 25. Oktober 1973 auf dem Friedhof Klagenfurt-Annabichl begraben. |
|---|
ZUM BRIEFWECHSEL ZWISCHEN INGEBORG BACHMANN UND HANS WERNER HENZE |
|---|
![]() |
Alles begann mit einem Joke: 1952, bei einer Tagung der Gruppe 47 auf Burg Berlepsch, stellt sich die 26-jährige Ingeborg Bachmann dem gleichaltrigen Komponisten Hans Werner Henze als »Heimatschriftstellerin« vor, die nur als »Beobachterin« anwesend sei und die »Asphaltliteratur« verabscheue. Als Henze sie tags darauf ihre Gedichte vortragen hört, weicht seine Irritation purem Entzücken. Wenige Wochen später lädt er Ingeborg Bachmann bereits zu gemeinsamen Italien-Ferien ein und wirbt fortan heftig nicht nur um ihre Freundschaft, sondern auch um ihre Mitarbeit an künftigen Projekten. Diesen Doppelanspruch wird er bis zuletzt an ihre Freundschaft stellen und sich nicht selten darüber grämen, dass sie sich intensiver ihren Krisen als ihrer Arbeit hingibt. Noch bevor Ingeborg Bachmann ihn im August 1953 erstmals auf der Insel Ischia besucht, verkündet Henze ihr brieflich sein »Credo« , das dann fast 20 Jahre lang gebetsmühlenartig in seinen Briefen wiederkehren wird: Nichts anderes zähle als die künstlerische Arbeit, nur sie habe die Macht, Gefühlschaos und verfehltes Leben in die Wahrheit einer höheren Ordnung zu überführen. Was Hofmannsthal für Richard Strauß war, das soll Ingeborg Bachmann für ihn werden. Sie ist es schließlich auch geworden, wenngleich sie auf ihrem Weg von der Ballettpantomime Der Idiot, für die sie noch 1953 den – in ihren ersten Gedichtband Die gestundete Zeit mit aufgenommenen – Monolog des Fürsten Myschkin schrieb, bis zu den luziden Libretti für Henzes Opern Prinz von Homburg und Der junge Lord zumeist »Schildkrötenverhalten« an den Tag legte (so umschrieb es Henze, der oft schon ohne ihre Textvorlage »vorauskomponiert« hatte). Umgekehrt erschien ihr der Freund in seinem ungebremsten Produktionsfuror manchmal, was sie ihm nicht verschwieg, als »Monster«. Wie anziehend dieses Monster in den tristen fünfziger Jahren, als die Gruppe 47 noch »Kahlschlag« propagierte, auf sie gewirkt haben muss, ahnt man bei der Lektüre ihrer frühen Briefe. Nicht nur zeichneten diesen eleganten und höflichen Jüngling Grazie, Noblesse, Witz, Enthusiasmus, kindlicher Übermut und außergewöhnliche ästhetische Sensibilität aus, sondern er war das, was Ingeborg Bachmann einmal selbst hatte werden wollen: Musiker, noch dazu einer, den schon jener gewisse Glanz der großen Welt umgab, |
|---|
gegen den Ingeborg Bachmann nie gefeit war, obwohl sie ihn selbst ausstrahlte; Max Frisch hat in Montauk diesen Glanz als den einer – »Königstochter, die nicht erkannt worden ist« apostrophiert. Dass der Musiker Henze darüber hinaus ebenso sprach- wie weltverliebt war und früh aus dem Zwölfton-Korsett und aus Adenauer-Deutschland ausgebrochen war, um sich in Italien, ihrem »erstgeborenen Land«, komponierend zur Cantabilität einer »verbotenen Schönheit« zu bekennen, dies alles musste eine schönheitstrunkene Ingeborg Bachmann in Bann schlagen. Bald schon entstand zwischen beiden der Plan des Zusammenlebens. Doch als Henze dann eine gemeinsame Wohnung in Neapel gefunden hatte, stand diese die meiste Zeit leer, weil entweder ihn seine Arbeit oder sie ihre Unrast aus dem Haus und beide auseinander trieben. Ein Umstand, dem wir freilich viele betörend schöne Briefe, vor allem Henzes, verdanken, der immer der Werbende blieb und weit häufiger schrieb als sie (von der zudem viele Briefe verloren gingen oder nur als Entwürfe existieren). Von Henzes Adorationslust zeugt schon die schier unerschöpfliche Ausdrucksvielfalt seiner Brief-Anreden: illustre Bachstelze, liebe Eiche, liebste Wildente, liebe Nachtigall, liebe Sapphetta, mein kleiner armer Engel, meine Elsa, lieblichste Doktorin, allerliebste Zerbinetta, illustre Jahrhundert-Närrin, liebster Irrwisch, Adorabilissima, meine Begnadete, meine liebe arme kleine Allergrößte … Wenn Henze allerdings die Freundin auch als »meine brave kleine gute Schwester« oder als »meine angebetete Tochter« anspricht, entrückt er sie in jene platonische Distanz, die ihm die sexuelle Differenz – seine Homosexualität – gebot. Diese hinderte ihn jedoch nicht daran, Ingeborg Bachmann mindestens zweimal die Ehe anzutragen, und sie bewahrte sie nicht vor dem Schmerz über seine jeweilige Zurücknahme dieser Anträge. Lange muss ihr, die das Schönste aller Gedichte an einen Bruder geschrieben hat, das geschwisterliche Zusammenleben als Versprechen eines angstfreien Raums vorgeschwebt haben, als Gegenwelt zu jenem »Feindesland« oder »dunklen Erdteil« der Liebe, wo mit Lust gefoltert wird. Auszüge aus einem Artikel von Peter Hamm |
|---|
HANS WERNER HENZE |
|---|
Henze, 1926 in Westfalen geboren, erhielt seine musikalische Ausbildung vor dem Hintergrund des aufkeimenden Nationalsozialismus in Deutschland. Das Erlebnis, dass gerade jene moderne Musik, Kunst und Literatur durch die Nationalsozialisten verfemt wurden, ließ in ihm den Glauben an das politische Potenzial der Kunst wachsen – eine Haltung, die später sein kompositorisches Schaffen entscheidend prägen sollte. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Henze seine Studien bei Wolfgang Fortner fort und komponierte die ersten Werke (die er als Bestandteil des Werkkatalogs anerkennt) in einem eleganten neo-klassizistischen Stil. Anregungen durch Paul Hindemith und Igor Strawinsky sind spürbar, jedoch zeigt sich bereits deutlich die lyrische Kraft, die Henzes Musik in allen Schaffensperioden auszeichnet. In den späten vierziger Jahren kam Henze in Kontakt mit den Darmstädter Ferienkursen und dem Konzept des Serialismus. 1953 verließ Henze Deutschland, um in Italien zu leben. Dieser Wechsel in einen anderen Kulturkreis verhalf seiner Musik zu neuem Ausdrucksreichtum und neuer Farbigkeit; in den späten siebziger und achtziger Jahren wandte er sich wieder verstärkt traditionelleren Formen zu. Henze zählt zu den bedeutendsten Komponisten unserer Zeit. In den fast sechzig Jahren beim Schott-Verlag schrieb er über 40 Bühnenwerke und zehn Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Oratorien, Liederzyklen und ein aus neun Konzerten bestehendes Requiem. Hans Werner Henze lebt und arbeitet in Marino bei Rom. |
![]() |
|---|
Hier finden Sie weiteres über |
|---|
| spectacles 2010/2011 |
|---|
| - retour à l'accueil - |
|---|